Newsletter MarketingE-Mail Marketing und Newsletter Marketing boomt nach wie vor. Speziell für bestimmte Branchen (Tourismus, Gastronomie, diverse Dienstleister, etc.) ist der elektronische Informationsverteiler als Kundenbindungsinstrument schwer verzichtbar. Dass es im Laufe der Jahre wesentlich einfacher und kostensparender wurde, Newsletter professionell zu erstellen und über die eigene Plattform zu versenden, werden wir in diesem Artikel anhand einer beliebten Newslettersoftware erklären.

Die passende Software für Ihren Newsletter

Ganz allgemein wird unterschieden zwischen folgenden Softwaretypen für Newsletter:

1. Newsletter Desktop Software

Der Klassiker, das Programm wird gekauft und am eigenen Desktop installiert. Je nach Lizenzmodell darf die Software auf mehreren Rechnern verwendet werden und/oder von mehreren BetreuerInnen mit unterschiedlichen Funktionen. Oft ist damit eine relativ einfache Bedienung verbunden, nicht selten erinnert eine Desktop Newslettersoftware an gängige E-Mail Programme. Nachteilig wirkt sich die Datenbankpflege aus, denn schließlich müssen Neueinträge ständig aktualisiert und die bestehenden Einträge in regelmäßigen Abständen abgeglichen werden. Dafür gibt es diverse Import- und Exportfunktionen und manchmal auch Scripts, welche eine Art Automatisierung dieser Prozesse erleichtern. Unser Beispielanwendungsfavorit dazu wäre Mirko Böer’s Supermailer (www.supermailer.de).

2. Newsletter Webanwendung - fremd gehostet

Um die Datenbankpflege ebenso wie den Versand stark zu vereinfachen, wurden im Laufe der Zeit Webanwendungen populärer. Unter diesen ist eine Art Wartungssystem (CMS) zu verstehen, welches online Newsletter erstellen lässt. Wer sich neu einträgt, wird automatisch in den Verteiler aufgenommen, wer sich austrägt wird ohne kompliziertem zutun wieder entfernt. Dabei sind keine Import- oder Abgleicharbeiten von Seiten der Betreiber nötig, was die Verwaltung und Pflege der Newsletter Rezipientenlisten leicht macht. Wer die Installation einer derartigen Anwendung scheut, der greift auf professionelle Newsletter Anbieter zurück und zahlt in der Regel entweder monatliche Beträgen je nach Versandkontingent oder - wenn angeboten - einmalige Beträge pro Versand abhängig von der jeweiligen Versandmenge. Oft werden geringe Versandmengen auch kostenlos angeboten (z.B. bis zu 2000 Adressaten pro Monat). Der Anbieter der Software hostet dabei die Software auf dem eigenen Server, sorgt für den reibungslosen Versand und speichert auch alle Daten in der eigenen Datenbank. Speziell der letzte Umstand beunruhigt manche Betriebe, denn sie möchten (nach all den Datenschutz Skandalen) nicht, dass ihre gesamten Kundendaten auf fremden Servern liegen. Die Anbieter versuchen natürlich ihr Bestes, um Datensicherheit und Datenschutz zu gewährleisten. Unsere Favoriten aus diesem Bereich wären MailChimp und CleverReach.

3. Newsletter Webanwendung - am eigenen Server

Schließlich gibt es nun auch Newsletter Anwendungen auf CMS Basis, die am eigenen Server gehostet werden. Hier bleiben alle Kundenadressen und weiteren Daten, ebenso wie die Mails, Vorlagen und das Bildmaterial auf dem eigenen Server. Die Anwendungen sind mittlerweile kostengünstig, lassen sich nahtlos ins eigene CMS integrieren und greifen damit auch oft auf das verwendete Bildmaterial der Website zurück. Enorm vereinfacht wird dazu auch der An- und Abmeldeprozess und oft auch ergänzt durch die Möglichkeit, als RezipientIn die Daten selbst aktualisieren zu können. Einzig zu beachten ist bei dieser Wahl, dass (i) der Server über die Kapazität und die Rechte (besser beim Provider nachfragen) bereitstellt, Massenmails zu versenden. Und (ii) weiters sollte auf die gute Absicherung des CMS geachtet werden, um es Hackern nicht zu leicht zu machen, die Newsletterdatenbank zu demontieren oder gar zu missbrauchen. Unser klarer Favorit aus dieser Gruppe ist die WordPress Anwendung MailPoet (ehemals Wysia). Diese werden wir nun vorstellen.

Newsletter gestalten mit MailPoet

Nachdem unser Favorit bei den Content Management Systemen ohne jeden Zweifel WordPress ist, setzen wir bei der Newsletter Software stark auf MailPoet. Die Anwendung wird über das MailPoet Plugin für WordPress installiert und ist ab sofort einsatzfähig. Über ein Menü in der linken WordPress Spalte lassen sich die Newsletter, die Abonnenten und die Einstellungen der Newsletter Software verwalten. Im ersten Punkt können schnell und einfach Newsletter erstellt oder auch bestehende Mailings dupliziert werden. Inhalte - sofern nicht manuell einzutippen - lassen sich auch aus bestehenden Blog- oder Seitenbeiträgen erstellen. ShopbetreiberInnen können auch einzelne Produkte als Newsletter Inhalt aus dem Shop kopieren. Im Idealfall könnte so ein aktueller Newsletter aus den letzten beiden Blog- oder Newsbeiträgen generiert und um die Vorstellung einer Produktneuheit ergänzt werden. Optional noch ein Absatz manuell hinzugefügt und der professionelle Newsletter ist fertig. Einzig was das Design und die einmalige Einrichtung betrifft - wer hier nicht selbst Hand anlegen möchte, lagert dies aus und lässt es von Webagentur erstellen. Ein Service, den wir für wenig Geld unseren Kunden anbieten und um eine Einschulung mit wertvollen Tipps zur Verwendung noch gern ergänzen.

Selbstverständlich erledigt die Newsletter Anwendung MailPoet auch perfekt die Datenpflege im Hintergrund. Ohne jedes zutun Ihrerseits können sich künftige Subscribenten in Ihrem Newsletter eintragen (rechtlich obligate double-opt-in Methode inkludiert), dort die eigenen Daten verwalten (passwortgeschützter Zugang) und sich auch gegebenenfalls wieder austragen (natürlich nur, wenn Ihr Newsletter zu nervig oder zu langweilig ist). Um den Erstbestand zu erstellen importieren Sie bestehende Newsletter Daten aus ihren Mailanwendungen (Import-Export Features).

Beim Versand des Newsletters kann eingestellt werden, dass pro Stunde nur bestimmte Kontingente versendet werden, um Spam Verdacht vorzubeugen. Nach dem Versand lassen sich die Öffnungs- und Klickraten sofort über die Newsletter Statistik einsehen und auswerten.

Die Newsletter Software MailPoet kann als kostenlose Variante genutzt werden, wenn an maximal 2000 Adressaten versendet wird. Bei der kostenlosen Verwendung sind einige Features eingeschränkt (z.B. detaillierte Statistiken, Bounce Management, Spam Score Check), auf die jedoch so mancher Klein- und Mittelbetrieb gut verzichten kann. Unabhängig davon kann für wenig Geld auf die Premium Version (ab € 99,- pro Jahr) aufgerüstet werden. Bereits die 99-Euro Premium Version erlaubt unlimitiert viele Adressaten und bietet Support, Bouncemail Management, detaillierte Statistiken und vieles mehr. Noch mehr müssten nur zahlen, wer die Anwendung auf mehreren Webseiten betreiben will.

Tipps zur inhaltlichen Gestaltung Ihres Newsletters

  1. Personalisierter Versand: Senden Sie keine Massenmails über die BCC oder CC Funktion der Mailsoftware, zu schnell werden Sie als Spammer klassifiziert und landen womöglich noch mit Ihrer E-Mail Adresse auf Blacklists. Bei CC Versand verstoßen Sie auch noch gegen den Datenschutz.
  2. Sinnvolle Betreffzeile: Die Betreffzeile Ihres Newsletters ist das erste, das erkannt wird. Ist sie zu technisch formuliert schreckt sie ab. Sorgen Sie in der Betreffzeile schon für den Wiedererkennungseffekt beim Kunden, schließlich wurde der Newsletter ja freiwillig bestellt und ist eigentlich erwünscht.
  3. Ausgewogenes Text- und Bildverhältnis: Gruppieren Sie Ihren Newsletter in mehrere Themenblöcke, jeder Block könnte eine kleine Grafik oder ein Foto zur Veranschaulichung haben. Nach jedem Block sollte ein Link zur Website sein, dort wird das Thema noch ausführlicher erklärt oder ihr Artikel lässt sich dort kaufen.
  4. Links zu Ihrer Website: Im Newsletter sollten mehrere Links zu den Themen auf Ihrer Website sein - schließlich möchten Sie ja erfahren, wen was interessiert hat. Werten Sie abschließend die Klicks auf die Links Ihres Newsletters aus, um die Themen in Hinkunft auf die Interessensbedürfnisse Ihrer Zielgruppe zu optimieren.
  5. Nicht Sprachen mischen: Vermeiden Sie tunlichst, einen Newsletter in verschiedenen Sprachen zu erstellen. Versenden Sie eine englischsprachige Variante an die englischsprachige Zielgruppe, eine deutschsprachige Variante an die Deutsch sprechende etc. Ansonsten wird Ihr Newsletter irrtümlich von automatischen Spamprüfern als Spam und damit unerwünschte Nachricht markiert und landet zu früh im Trash Ihrer Adressaten.
  6. Spam Check: Sie können sehr einfach Ihren Newsletter einer Spamprüfung unterziehen, bevor Sie ihn versenden. Plattformen wie z.B. Mail-Tester.de bieten diesen Service kostenlos an: https://www.mail-tester.com/
  7. Saubere und korrekte Datenbeschaffung: Sie dürfen Ihren Newsletter ausschließlich nur an Personen senden, die diesen definitiv bei Ihnen bestellen und sofern die Bestellung per E-Mail Formular auf Ihrer Website getätigt wurde, muss die erhaltene E-Mail Adresse noch verifiziert werden. Erst dann wird die Adresse im Verteiler aufgenommen. MailPoet bietet dazu die Double-Opt-In Methode für den Anmeldeprozess an, welche diese Prüfung nach Anmeldung automatisch einfordert (sofern dieses kostenlose Feature in den Einstellungen ausgewählt wurde - unbedingt prüfen). Kaufen Sie keine E-Mail Adressen im Internet!

Ich hoffe sehr, Ihnen mit diesem kleinen Ratgeber-Artikel etwas geholfen zu haben - nutzen Sie Newsletter Marketing, Sie werden sehen, es lohnt sich. Wenn Sie Fragen dazu haben, stehen wir Ihnen gern mir Rat und Tat zur Seite (office@b83.at oder +43-7612-21333 / +43-662-625166). Ach ja, über unsere Fußzeile können Sie sich gern in unserem Newsletter Verteiler eintragen und brauchen keine Artikel mehr versäumen. Und wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, dann freuen wir uns sehr über Ihre Bewertung, Ihren Kommentar oder … unbedingt … Ihre Weiterempfehlung 🙂

Weiterhin alles Gute für Ihr Marketing - viel Erfolg!

Bildquellen:

Newsletter Marketing mit MailPoet
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Wolfgang Grabs-Schrempf

Seit mehr als 15 Jahren im Internet Business tätig, lehrt an verschiedensten Institutionen Online Marketing, Internet Economy und Webdesign.
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