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Wie Matt Cutt’s Tweet am 21. Mai 2014 die Suchmaschinen Optimierer Gemeinde in neue Aufregung versetzte

Matt Cutt Tweet

Im Februar 2011 wurde mit dem Panda 1.0 Update erstmals eine Aktualisierung des Google Ranking Algorithmus einer breiteren Öffentlichkeit als bedrohlich für das Ranking der eigenen Website vorgestellt. Dieser Algorithmus, der schon Jahre davor oft Updates zu Verbesserung der Ergebnisqualität und Erhöhung der Abfragegeschwindigkeit erfahren hat (z.B. Google Caffeine mit Google Suggest / Instant als Resultat) wurde richtungweisend für die inhaltliche Gestaltung von Webseiten. Und dies bezog sich nicht nur auf die Veränderung der veralteten Web 1.0 „Wenig-Text-Startseiten“. Bald wurden 12-14% im englischsprachigen Bereich der Webseiten davon betroffen, wenige Monate und Minor-Updates später (August 2011) beinahe 10% der internationalen nicht auf Englisch verfassten Webseiten.

Kein Zweifel - wer langfristig erfolgreich bei Google gelistet sein möchte, musste spätestens ab da über den inhaltlichen Aufbau der eigenen Webseiten gut nachdenken. Nun schreiben wir Mai 2014 und zumindest vier weitere sehr gewichtige Änderungen wurden dem Google’schen Rankingkalkül hinzugefügt, so mit Freshness u.a. die Forderung nach mehr Aktualität auf den Webseiten, mit Penguin u.a. die sorgfältige Überprüfung von Backlinks und deren Relevanz, mit Venice u.a. der Hinweis auf die Bedeutung der Regionalität und jüngst die Diskussion über die Gestaltung von Kontexten forciert durch das Hummingbird Update.

Aber die Panda Forderungen unterscheiden sich von jenen der vielen weiteren Updates durch ihren qualitativen Charakter. Es reicht hier nicht, die Startseite öfter zu aktualisieren oder geographische Daten zu hinterlegen. Die bestehenden Inhalte sollen verändert werden - etwas schmerzlich für manche Grafikdesigner mit Hobby Webdesign - unter anderem mit mehr Struktur, mehr Text im Vergleich zu Grafiken und mit wesentlich verbessertem, deutlichen Einsatz des semantischen Markups.

Dies alles zu erkennen ist jedoch für einen automatisierten Mechanismus wie dem Ranking Algorithmus ziemlich schwierig. Daher dauert es auch relativ lange, bis sich die Auswirkungen des Panda Updates beispielsweise an sämtlichen auf Deutsch verfassten Webseiten nachvollziehen lassen. Und weil dies ständige Korrekturen des Algorithmus von Google’s Panda abverlangt, hat Google beschlossen, kontinuierlich monatliche Panda Updates durchzuführen, die nicht ständig öffentlich angekündigt werden.

Bei Panda 4.0 ist es jedoch anders, hier handelt es sich nicht um eine dieser ständigen kleineren Verbesserungen sondern um ein größeres Update (vgl. T. Gabler, internetworld.de). Bereits kurzfristig sollten die Auswirkungen auf das Ranking von ca. 7.5% aller Webseiten im englischsprachigen Bereich sogar von „ganz durchschnittlichen“ Internetnutzern (also nicht SEOs mit Software Analysen) erkannt werden. Als Ergebnis erwartet sich Google, dass mehr und mehr Webseiten mit qualitativ schlecht aufbereiteten Inhalten von attraktiveren Ergebnisseiten (SERPs) verbannt werden.

Für alle, die sich nun Gedanken machen, wie sie Ihre Webseiten Inhalte für Suchmaschinen im Sinne des Panda Updates attraktiver gestalten können, haben wir hier eine kleine Checkliste zusammengestellt. Interessanterweise werden derartig überarbeitete Webseiten - ganz im Sinne von Google - auch von den „menschlichen“ BesucherInnen mehr geschätzt. Achten Sie nach Überarbeitung auf Ihre Statistik und freuen Sie sich.

10 Tipps zum Thema Google Panda Update Optimierung

  1. Startseite & Grafik: Vermeiden Sie grafik-lastige Startseiten, bringen Sie etwas mehr Text auf Ihre Landingpages ohne es dabei zu übertreiben.
  2. Textxemantik: Setzen Sie semantisches Markup ein: Nutzen Sie Überschriften Formate, Listenumgebungen, address-Tags, Strong- und Em- Auszeichnungen. Verwenden Sie dabei auch die „neuen“ HTML5 Bereiche wie header, footer, sections, article etc.
  3. Markup: Eine ideale Grundregel wäre, Inhalte nur in semantische Umgebungen, nicht in reinen Strukturcontainern, D.h. Text in Absätzen, Überschriften, Listen etc. aber nicht unmittelbar in div-Containern:  <p>Text</p> ok … aber <div>Text</div> nicht ok.
  4. Informative Startseite: Gestalten Sie eine für Ihre Zielgruppe interessante und informative Startseite, die nicht zu allgemein ist oder lediglich Textfloskeln beinhaltet.
  5. Navigation: Motivieren Sie die Besucher Ihrer Webseite dazu, Ihre Unterseiten ebenfalls zu besuchen. Gestalten Sie dazu eine einfach erkennbare, intuitiv benannte Navigationsstruktur.
  6. Schwerpunktseiten: Richten Sie Unterseiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten ein, vermeiden Sie, dass alle Seiten auf die selben Suchphrasen optimiert werden.
  7. Suchbegriffsverhältnis: Achten Sie auf ein natürliches Vorkommen der für Sie wichtigen Suchbegriffe innerhalb Ihrer Seiten, übertreiben Sie es nicht mit den Suchbegriffen durch unnötige Wortwiederholungen oder Keywordlisten hinter Alternativtexten etc.
  8. Interne Links: Liefern Sie Hintergrundinformationen oder Zusatzinformationen mithilfe von Links innerhalb Ihrer Textinhalte (auch hier gilt: Nicht übertreiben!).
  9. Kontexte: Beschreiben Sie Ihre Produkte, Leistungen, etc. durch Kontexte, welche mit Hilfe unterschiedlicher Begriffe Ihre Themen entsprechend hervorheben („avoid thin content„).
  10. Verweildauer: Beobachten Sie sorgfältig die Zugriffsstatistik, Google missbilligt all zu kurze Verweildauer ebenso wie hohe Absprungraten.

Abschließend noch ein Satz, um Sie zum Handeln zu motivieren: Larry Kim zeigt gut nachvollziehbar, wie schnell sich schlechte Inhaltsqualität von Webseiten und Onlineshops auf das Ranking auswirken kann, am Beispiel der jüngsten 80% Einbussen des organischen Rankings von eBay. Zögern Sie also nicht, beginnen Sie, Ihre Webseiten inhaltlich aufzuwerten.

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Wolfgang Grabs-Schrempf

Seit mehr als 15 Jahren im Internet Business tätig, lehrt an verschiedensten Institutionen Online Marketing, Internet Economy und Webdesign.
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